Der von uns leicht veränderte Ökologische Wasserlehrpfad, von Bodenburg über Bad Salzdetfurth, um die Ohe und zurück nach Bodenburg —

Bodenburg (Bhf.) – Kläranlage Östrum – Maiental – TecCenter Bad Salzdetfurth – Wehrstedt – Lammetal – Ohe-Quelle – Ohe-Waldrandweg – Lindenallee – „Zwergentunnel“ – Schutzhütte „Auf dem Rhoden“ – Bodenburg – Schloss Bodenburg mit Bullenstall und Parkanlage – Bodenburg (Bhf.)
Anfang Februar 2017
Für ÖPNV-Nutzer am Bahnhof Bodenburg, erreichbar mit der Lammetalbahn z.B. von Hildesheim aus. Für Automobilisten gibt es diverse Möglichkeiten in den Orten entlang der Tour. Eine ruhige Parkmöglichkeit wäre an der L493 zwischen Bodenburg und Upstedt, direkt an der Lammebrücke
Knapp über 100 Höhenmeter Steigungen. Keine nennenswerten Anstiege…
Wasserturm Bodenburg, Ortskern Wehrstedt, Ortskern Bodenburg mit Fachwerkhäusern und Schlossgelände
Anreise optimalerweise mit der Lammetalbahn, einem Ableger der Nordwestbahn, bis zur Endhaltestelle in Bodenburg.

Endlich, nach der ersten Tour des „neuen“ Jahres, habe ich mich mal wieder aufraffen können, einen Beitrag einzustellen. Vieles aus dem letzten Jahr, ist leider wieder mal liegengeblieben. Aber kommt Zeit, kommt Rat. An den kompletten „Ökologischen Wasserlehrpfad Bodenburg„, haben wir uns bisher nie so richtig herangetraut, weil die Streckenführung teils nicht so zu unseren Vorstellungen gechillten Wanderns passen wollte. So haben wir bisher, bereits mehrmals, nur eine verkürzte Runde um die Ohe absolviert. Jetzt im zeitigen Frühjahr, wenn die Natur erst langsam, sehr langsam erwacht, ist man ja oft froh, wenn es überhaupt mal eine „sonnige und warme“ Gelegenheit gibt, endlich, endlich, endlich wieder die Hufe zu schwingen. So war die Gelegenheit günstig, sich zu überwinden, um den Lehrpfad erstmals in voller Länge zu gehen. Ein solcher Lehrpfad, in diesem Fall zum Thema Wasser, ist ja oft den Lehren angepasst, die er weitergeben möchte. Darum habe ich den Wegeverlauf für uns in diesem Fall, etwas abgeändert. Es handelt sich aber nur um kleine Änderungen, eine an der Ohe und eine im Bereich des Schlosses Bodenburg. Der originale Weg geht am Gelände des Schlosses vorbei, der von mir getrackte nimmt nahezu alle „Sehenswertigkeiten“ desselbigen mit. Die alternative Verlängerung über Klein Ilde haben wir weggelassen, weil der Weg landschaftlich wirklich nicht vergleichbar ist, mit dem Weg am Waldrand der Ohe und der Lindenallee nach Bodenburg.

Der Wasserturm am Bahnhof Bodenburg

Der Wasserturm am Bahnhof Bodenburg

Ich möchte auch noch erwähnen, das der Wasserlehrpfad, nach „normalen“ Maßstäben kein Premium-Wanderweg ist. Am Anfang z.B. geht es vom Bahnhof Bodenburg, bis hinter Wehrstedt, nahezu nur gepflastert und asphaltiert, teils sogar entlang befahrener Straßen. Wald durchqueren wir nur an der Ohe-Quelle und am Rand der Ohe, wenn wir uns für den Waldweg entscheiden. Aber trotzdem hat dieser Weg für uns, die wir auf der einen Seite sehr anspruchsvoll, auf der anderen sehr anspruchslos sind, seine unverkennbaren Reize und seine wanderbaren Abschnitte. Es ist eine Tour, auf der man das südliche Bad Salzdetfurth sehr gut erleben kann, mit schönen Offenlandschaften, Aussichten und mit zahlreichen Überresten unserer (Kultur-)Historie. Die Füße werden teils etwas überstrapaziert. Bei entsprechender Witterung aber, wird das Auge verwöhnt, der Geist geweckt und die Seele erfrischt … so wie es, altmodisch ausgedrückt, beim Wandern durchaus sein sollte.

ACHTUNG: Der „Wasserlehrpfad Bodenburg“ ist nicht ausgeschildert oder markiert. Lediglich am „Kleinen Völkerschlacht-Denkmal“ haben wir mal ein winziges Schild gesehen. An wenigen Stellen kann man sich anhand der Infotafeln orientieren. Ob es in dem Flyer, den es z.B. beim Fremdenverkehrsamt Bad Salzdetfurth geben soll, eine detaillierte Karte/Beschreibung gibt, kann ich leider nicht sagen. Hier kann man sich den „groben“ Übersichtsplan als PDF herunterladen, von dem ich unten auch ein Foto eingestellt habe. Der sollte aber, unterstützt durch den GPX-Track, auf jeden Fall für die Orientierung im Gelände genügen.

Raus aus dem herrlich warmen und gemütlichen Zug und wir sind in Bodenburg angekommen. Eigentlich ja eher in Östrum, aber darüber machen wir uns mal ausnahmsweise keine Gedanken. Der Wetterdienst hatte Sonne angesagt, aber davon ist noch nix zu sehen. Naja, zumindest ist es nicht stockfinster, also wird die Sonne wohl innerhalb normaler Parameter funktionieren. Nur die Wolken wollen nicht ganz so, wie die Wetterfrösche … und wir … uns das vorstellen. Für Eisenbahnfreunde gibt es hier in der Gegend, durchaus einiges zu erleben. Der heutige Haltepunkt liegt nämlich einige hundert Meter nordöstlich des ursprünglichen Bahnhofs. Zwischen diesem und dem Haltepunkt, gibt es noch einige Zeugen der alten Zeit, wie z.B. den Wasserturm und den Lokschuppen. Von hier aus verlief ab 1900, die Bahnstrecke Bodenburg – Elze, die sogenannte „Niedersächsische Almetalbahn“. Auch von dieser Bahnstrecke zeugen noch zahlreiche Reste im Gelände, in Almstedt betreibt die „Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn„, einen Museumsbahnhof mit Fahrbetrieb auf einer wenige hundert Meter langen, erhaltenen Strecke. Zu meiner eigenen Schande muss ich gestehen, das wir trotz Interesses, noch nicht dort waren und jede, aber auch jede Veranstaltung bisher verpasst haben. Kommt Zeit, kommt Rat!

Die Lamme in Bad Salzdethfurt

Die Lamme in Bad Salzdethfurt

Der Wasserturm in Bodenburg ist schon ein prächtiger Bursche und man könnte etwas neidisch werden, auf die Leute, die diesen ihr Eigen nennen. Etwas versteckt am Turm, steht unsere erste Infotafel des „Wasserlehrpfades Bodenburg“, die die siebte des Lehrpfades ist, da dieser „offiziell“ an anderer Stelle beginnt. Die Tafeln habe ich nur sporadisch fotografiert und eingestellt, da man sie sich bei Interesse, sowieso lieber vor Ort durchlesen sollte. Viele sind leider sehr allgemein gehalten, nur einige bieten auch Informationen zu örtlichen Besonderheiten an der Strecke. Durch das kleine Gewerbegebiet auf dem Gelände einer ehemaligen Zuckerfabrik, geht es erstmal raus aus dem Ort. Wir erreichen die Riehe und die Kläranlage Östrum, die laut nächster Infotafel, für einen recht weiten Einzugsbereich zuständig ist. Wir gehen jetzt ein Teilstück des Weges, den ich bereits auf der letzten Wanderung, von Bodenburg nach Groß Düngen, beschrieben hatte. Nahezu schnurgerade, geht es also erst einmal asphaltiert durch die Feldmark. Mit ansteigenden Höhenmetern, hat man auch immer bessere Aussichten in die Umgebung. Das „Fuba-Ei“ und der Fernsehturm auf dem Griesberg, sind Marker des Weges.

In/Im Maiental wenden wir uns an der Hauptstrasse, an dem Bushalte-Schutzhäuschen, nach rechts und folgen dem Petzer Weg nach Bad Salzdetfurth. Wer einkehren möchte, dem sei die wenige Meter in linker Richtung gelegene Waldgaststätte „Zum Maiental“ empfohlen. Für uns geht es dann, mit oder ohne Einkehr, an der ruhigen Straße, vorbei an zum großen Teil in die Jahre gekommenen Schrebergärten. Hinter dem großen Wohngebäude, liegt linkerhand ein tiefer Graben, der wenige hundert Meter weiter endet und bestimmt irgendwie, etwas mit der bergbaulichen Tätigkeit in Salzdetfurth zu tun hatte. Am TecCenter überqueren wir sie, die „stressigste“ Kreuzung des Tages. In dem Gewerbegebiet, dessen gar nicht mal so kleine Ausmaße für uns glücklicherweise nicht erkennbar sind, sind gar nicht mal so kleine Unternehmen tätig, so z.B. das Nachfolgeunternehmen der Fuba, das heute auch wieder unter diesem Namen firmiert. Wir folgen dem Strassenverlauf der Wehrstedter Straße, vorbei an der hier sehenswert „ausgebauten“ Lamme, sogar mit kleinem „Wasserfall“. Nach einigen hundert Metern verlassen wir endlich, diesen nun wirklich nicht gerade sehenswertesten Teil Bad Salzdetfurths, und wenden uns nach Wehrstedt.

An der Lamme entlang geht es, und markant ragt uns das einzig mir bekannte, wirklich schöne Windrad Deutschlands entgegen, das allerdings auch im Stil eines Western-Windrades gebaut wurde oder sogar eines ist. Es gehört, der Backsteinbau daneben gibt einen Hinweis, zur Alten Schmiede des Ortes und soll bereits über 100 Jahre auf dem Buckel haben. Auf einem schmalen Fußweg dahinter, erreichen wir den kleinen Ort Wehrstedt und seinen sehenswerten Ortskern. Der baumreiche Kirchplatz mit der St. Andreaskirche, das Pfarramt mit umfunktioniertem Güterwaggon im Garten und schmucke Höfe prägen das Bild, das man durchaus eine Zeit genießen sollte. Dann geht es, ohne große Möglichkeit sich zu verlaufen, durch die Dorfstraße hinaus ins Lammetal. An der Stelle verweise ich, bevor ich es vergesse, auf die Seite des Heimatvereins Wehrstedt, auf der man unter „Medien/Download“, eine ziemlich umfangreiche und lesenswerte Dorfchronik des Ortes findet.

Die Ohe-Quelle, der Schellbrunnen

Die Ohe-Quelle, der Schellbrunnen

Jetzt beginnt der wirkliche Abschnitt an der Lamme, an der wir uns bis zur Landstraße zwischen Bodenburg und Upstedt, „entlanghangeln“. Nach kurzem wird der Weg schmaler und führt uns, immer nah am Bach, zwischen Gartengrundstücken und hügeligen Feldern entlang. Zahlreiche Brück(ch)en überspannen den immer noch begradigten Bach, der hier, so wie es aussieht, einst vielleicht sogar in ein „unnatürliches“ Bett gezwungen wurde. Faszinierend fanden wir schon immer die letzte dieser Brück(ch)en, die nur aus einem halben Stamm besteht, der an den Seiten von kleinwüchsigen Bäumchen gehalten wird. Auf jeden Fall ein freundlicher Weg, mit einer netten Bank am kleinen Obsthain. Schließlich erreichen wir den Schellbrunnen/Schellborn, eine Quelle, die aus der verkarsteten, wasserreichen Nordseite der Ohe austritt. Leider erfährt man auf der Infotafel nicht viel über diesen Ort, der in früheren Zeiten, bestimmt eine große Rolle im Leben der hier ansässigen Menschen gespielt hat.

Hinter dem womöglich einzigen Waldstückchen des Tages, öffnet sich die Landschaft wieder ins Lammetal, bietet aber trotzdem eine etwas andere Landschaft als zuvor, und Ausblicke in das umliegende Hügel- und Bergland. Hier darf die Lamme, zumindest bis Klein Ilde, in einem relativ natürlichen Bett fließen und nutzt das auch schamlos aus. An einer Stelle findet sich sogar eine regelrechte Lammeschleife. Die Ohe selbst, der „Auenwald“, bleibt immer rechts von uns. Wir selbst haben hier noch keinen Fuß hineingesetzt, da es sich um ein relativ kleines Waldgebiet handelt, mit anscheinend leider nur breiten Wegen. Hinter einer markanten „Wegeiche“, befindet sich links am Bach, wohl auf einem ehemals eingezäunten Grundstück, ein Platz zum rasten. An der L493 angekommen, an der man gut parken könnte, geht es ein paar Meter nach rechts, entweder an der mäßig befahrenen Straße oder quer über die Wiese. Dann führt uns ein freundlich geschotterter Weg etwas hinauf zur Ohe. Der alternativ auf dem Plan abgebildete Weg über Klein Ilde, erscheint uns nicht sehr empfehlenswert. Wir haben uns die „Mühe“ gemacht, den ersten Hügel zu erklimmen, und sind dann oben angekommen, bei der Aussicht auf den weiteren Verlauf dieses Weges, wieder auf den von uns schon mehrfach gegangenen Weg an der Ohe, zurückgekehrt.

An der kann man sich, je nach Lust und Laune aussuchen, ob man den „offiziellen“ Weg im Wald nimmt, der aber auch nur wenige Meter vom Waldrand verläuft oder den Weg, der direkt am Waldrand liegt. Auf jeden Fall hat man hier schöne Ausblicke, z.B. zum nahegelegenen Harz und auf die umliegenden Höhenzüge, durch die man an einer Stelle auch die Silhouette Lamspringes erkennen kann. Wie der Name schon sagt, entspringt hier, im schönen Klosterpark, die Lamme. Dort waren bei unserem Besuch, glücklicherweise weit entfernt, sogar noch einige, ausgedehnte Schneeflächen zu erkennen. Gevatter Brocken, den man angeblich von einer Stelle unseres Weges aus erblicken soll, suchten wir allerdings vergeblich. Vielleicht versteckte er sich auch mal wieder hinter dichten Wolken. Das ist auf jeden Fall, wir gehen meistens draußen, ein toller, weicher Grasweg, mit schönem Wald zur Rechten und herrlichen Ausblicken nach links. Da gibt es nix zu meckern und beschwingt erreichen wir die erste Allee nach Bodenburg. Ein Stückchen weiter gibt es noch einen etwas längeren Alleeweg, dieser ist aber vielleicht ein Tick schöner. Alte Linden markieren ihn und geleiten uns zur Landstraße, die wir in Richtung Bodenburg überqueren.

Die Lindenallee im Spätfrühling/Sommer

Die Lindenallee im Spätfrühling/Sommer

Noch eine recht junge Baumreihe, dann erreichen wir den Ortsrand Bodenburgs, das wir aber vorerst gleich wieder rechts liegen lassen. An dem etwas außerhalb gelegenen Betrieb, geht es hianus in die Bodenburger Feldmark. Das sieht erstmal nicht so prickelnd aus, ist aber auch nicht so schlimm und führt uns später, zu einem durchaus erlebenswerten Weg. Zuerst kommen wir aber zu einer weiteren Infotafel des Wasserlehrpfades, die aber wiederum keine Auskunft über die Örtlichkeit gibt, sondern sich mit dem Wasserkreislauf beschäftigt. Das ist natürlich alles sehr spannend und informativ, aber eine Verknüpfung mit den örtlichen Gegebenheiten, wäre für uns wünschenswert gewesen. Ähnlich empfanden wir das z.B. schon beim wanderbaren Karstwanderweg, an dem sich die Infotafeln an etlichen Stellen, weitestgehend mit der Geologie beschäftigten, aber wenig über z.B. Natur und/oder Kultur preisgeben. Naja, meckern ist doof, wenn man es selbst nicht besser gemacht hat. Das regt dann auf jeden Fall dazu an, sich im Nachhinein auf Online-Recherche zu begeben und selbst etwas herauszufinden.

Das erweist sich aber als auch nicht immer sehr erfolgreich, wie ich wieder feststellen musste, als es um den Weg ging, an dem wir die Kehre machen, um nach Bodenburg zurückzugehen. Dabei handelt es sich nämlich um einen beidseitig von Gehölzen flankierten Pfad, der zur rechten Zeit und nach länger nicht zurechtgeschnittenen Sträuchern, zu einem wahren „Zwergentunnel“ mutiert. Ein phantastischer, kurzer Weg, mit einem netten Pausenplatz in der Mitte, über dessen Ursprung ich aber nichts herausfinden konnte. Normalerweise haben solche „Feldhecken“ keinen Weg oder einen an einer oder beiden Seiten. Hier hat man die beste oder wanderbarste Variante gewählt und den Weg in die goldene Mitte gelegt. Egal, wie und wann und warum dieser Pfad entstand, er ist eine Besonderheit, der man nicht allzu oft begegnet innerhalb unserer Breitengrade. Gerade an dieser Stelle würde man wohl auf jeden Fall nicht damit rechnen.

Wieder draußen in der Feldmark, geht es wieder einmal asphaltiert nach Bodenburg, mit freundlichen Aussichten, z.B. ins „Niedersächsische Almetal“. Kurz vor Bodenburg erwartet uns eine Mini-Schutzhütte, und gleich dahinter ein aussichtsreicher Grill- und Rastplatz, mit großer, momentan wohl wegen wiederholten Vandalismus, leider geschlossenen Hütte. Hier steht auch einer dieser mehr oder weniger sinnvollen Aussichtsrahmen aus rostigem Stahl, die mehr oder weniger eine mehr oder weniger gute Aussicht behindern. Nach einer Rast an dem schönen Plätzchen oder auch nicht, geht es letztendlich nach Bodenburg hinein. Der originale Wasserlehrpfad führt zu einer kleinen Variante des Völkerschlachtdenkmals an der Ecke Sehlemer/Kirchstraße, und dann an Schloss und Park vorbei, zum Bahnhof. Wenn man aber schon mal da ist, denke ich, das es durchaus Sinn macht, das Wasser mal Wasser sein zu lassen. Denn das Schlossgelände hat wirklich einiges zu bieten … unter anderem auch Wasserflächen.

Der Schlosshof mit dem Bullenstall

Der Schlosshof mit dem Bullenstall

Also geht es in der Lamspringer Straße zum kleinen, wirklich sehr kleinen, gemütlichen Markt von Bodenburg. Dann weiter durch die Teichstraße, mit ihrem schönen Fachwerkensemble, bis diese scharf nach rechts abbiegt. Hier geht man links auf das Schlossgelände, wobei man zuerst den Wirtschaftsteil durchquert. Nach ein paar Metern stechen mehrere Gebäude ins Auge, die sogar vom eigentlichen Schloss ablenken können, von dem wir hier eh noch nicht viel sehen können. Das Gebäude, das aussieht, als wäre es aus demselben Material wie die Bad Salzdetfurther „Aussichtsfenster“, ist die Wirkungsstätte des überregional tätigen und renommierten Künstlers Hans-Werner (Oiseau) Kalkmann. Zahlreiche Werke seines Schaffens, viele mit Bezug zum Thema Wasser, sind in der Region zu besichtigen und er war es auch, der den Wasserlehrpfad konzipierte. Daneben ein schmuckes Silo und schließlich der bauhistorisch interessante, ehemalige „Bullenstall“, der heute lieber als „Kunstgebäude auf dem Schlosshof“ bezeichnet wird. Er ist auf längere Zeit vom „Kunstverein Bad Salzdetfurth e.V.“ gepachtet, der hier regelmäßig Ausstellungen und Konzerte veranstaltet.

Komplettiert wird das Ensemble dann, durch das immer noch im Besitz von Mitgliedern der Familie von Cramm … ja, genau, die mit dem Tennis-Baron … befindliche, ehemalige Wasserschloss Bodenburg. Gewaltig ragt der an einen übrig gebliebenen Kirchturm gemahnende, efeuüberrankte Bergfried auf. Zwischen der Schlossmauer und dem Bullenstall gibt es einen kleinen Weg, der uns an einer wunderbaren, alten Eiche vorbei, in den Park führt. Vom weiteren Weg, hat man auch einen sehr schönen Blick auf die repräsentative Westfassade des Schlossgebäudes. Nach ein paar Schritten wenden wir uns, am Ein/Ausgang des Parks, nach rechts und nehmen uns einen beliebigen Weg (Privatwege achten!) durch den Park zur Salzdetfurther Straße. Wenngleich der Park (für einen Schlosspark!) sehr klein ist, gibt es etliche, schöne alte Bäume zu bestaunen. Am hölzernen Pavillon verlassen wir ihn und folgen der Straße, die letzten Meter zurück zu unserem Ausgangspunkt am Bahnhof Bodenburg.

Die Beschreibung des Schlosses habe ich bewusst knapp gehalten. Wer weitergehendes Interesse hat, findet beim Fremdenverkehrsamt Bad Salzdetfurth oder anderswo, mehr als ausreichende Informationen. Bodenburg ist auf jeden Fall ein Kleinod in unserer Gegend, in der Anlagen wie die Schlösser Marienburg, Oelber oder Derneburg, wohl die meiste Aufmerksamkeit erhalten. Auch der Kernort weist einen hohen Anteil an Fachwerkhäusern auf, die eine Besichtigung durchaus rechtfertigen. Für unsere Tour ist das Ensemble aus Ort und Schloss, auf jeden Fall ein sehr angenehmer Abschluss. Wer also dem Wandern frönt, um alle Aspekte abzudecken, die diese Fortbewegungsart zu bieten hat, dem sei ein Besuch in dieser nicht gerade touristisch überlaufenen Gegend, durchaus zu empfehlen. Wir sind auf alle Fälle, trotz baldiger „Remotorisierung“, noch lange nicht fertig, das „Hildesheimer Land“ für uns und bei Interesse, alle anderen, zu entdecken bzw. neu zu entdecken. So, jetzt kann der Frühling aber auch langsam beginnen…

L I T E R A T U R
  • Haeupler/Mühr – Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands – Alle 4200 Pflanzen in Text und Bild – ISBN 978-3800149902
    • VHS Hildesheim – Reiseführer Hildesheimer Land – ISBN 978-3806785067
    F O T O G A L E R I E

    W A N D E R K A R T E / D O W N L O A D GPX

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    Bodenburg - Ökologischer Wasserlehrpfad - Bodenburg

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    Start / Ziel: 52.032719, 10.003846
    Kläranlage Östrum: 52.037623, 9.997913
    Das \'Fuba-Ei\': 52.044546, 9.996454
    Bushaltestellen-Schutzhäuschen: 52.046456, 9.992774
    Waldgaststätte \'Zum Maiental\': 52.045985, 9.989850
    Ehemaliger Bahnhof Bodenburg: 52.029406, 9.999189
    Der Wasserturm des ehem. Bahnhofs: 52.032944, 10.002698
    Kleingärten am Langen Feld: 52.046776, 9.996614
    Das \'TecCenter Maiental\': 52.046037, 10.002623
    Lamme mit Wehr und Fischtreppe: 52.048644, 10.004146
    Windrad der alten Schmiede Wehrstedt: 52.045839, 10.011281
    Sehenswerter Ortskern um die St. Andreas-Kirche: 52.043127, 10.011656
    Bank: 52.046282, 10.008287
    Rastplatz am Mühlbach: 52.044955, 10.017836
    Bank am Obsthain: 52.044915, 10.027288
    Ohequelle / Schellbrunnen: 52.041022, 10.036182
    Bank an der Lamme: 52.030185, 10.044937
    Aussichtsreicher Weg: 52.029056, 10.033457
    Bank: 52.029139, 10.025577
    Die Lindenallee: 52.028501, 10.021720
    Bank: 52.021543, 10.014918
    Der \'Zwergentunnel\': 52.017272, 10.013748
    Rastplatz: 52.017321, 10.012032
    Schutzhäuschen / Bank: 52.022157, 10.010980
    Schutzhütte / Rastplatz: 52.022663, 10.011565
    Historischer Ortskern Bodenburg: 52.026026, 10.009822
    St. Laurentius-Kapelle: 52.029076, 10.009264
    Bullenstall und Atelier: 52.026396, 10.008266
    Schloss Bodenburg: 52.026884, 10.007644
    Schlosspark / Gutspark: 52.028402, 10.005616
    V E R W A N D T E
    B E I T R Ä G E
    P D F / E – M A I L / D R U C K